Seien wir ehrlich – niemand freut sich schon beim Aufwachen darauf, von Werbeangeboten überhäuft zu werden. Obwohl genau das eigentlich den lieben langen Tag passiert, kann eine subtile Herangehensweise manchmal Wunder bewirken. Die Menschen sehnen sich nach Geschichten, Einblicken und nützlichen Informationen, nicht nur nach Werbung. Zwar sind Anzeigen für Marken unverzichtbar, doch Texte, die in erster Linie darauf abzielen, das Interesse zu wecken, anstatt zum Kauf zu bewegen, sind ebenfalls von entscheidender Bedeutung.
Hier kommen redaktionelle Inhalte ins Spiel. Diese Art von Inhalten hat zwar verschiedene Verwendungszwecke, ihre Hauptziele sind jedoch Unterhaltung, Interaktion und Information. Sie können genau das Bedürfnis Ihrer Zielgruppe stillen und Ihre anderen Content-Marketing-Maßnahmen unterstützen.
Schauen wir uns einmal genauer an, wie Sie redaktionelle Inhalte nutzen können, um das Engagement zu steigern.
Warum sollten Marken redaktionelle Inhalte erstellen?
Redaktionelle Inhalte sind Texte, die nicht darauf abzielen, dem Publikum etwas zu verkaufen. Denken Sie an Blogs, Podcasts, E-Mail-Newsletter, Pressemitteilungen und Social-Media-Beiträge, die informativ, unterhaltsam und lehrreich sind. Dabei kann es sich um ausführliche Einblicke in ein bestimmtes Thema, Anleitungen zu bestimmten Abläufen oder jede andere Art von storybasierten Inhalten handeln.
Aber warum sind redaktionelle Inhalte für Marken wichtig? Dafür gibt es mehrere Gründe, darunter:
Vertrauen aufbauen
Mit redaktionellen Inhalten können Sie Ihre Fachkompetenz unter Beweis stellen, ohne laut zu rufen: „Kaufen Sie das jetzt!“ Stattdessen können Sie Fragen beantworten und Probleme lösen, Menschen helfen und Vertrauen aufbauen. Indem Sie persönliche und wertvolle Inhalte bereitstellen, die für Ihre Zielgruppe relevant sind, können Sie sich als Vordenker der Branche positionieren.
Letztendlich sind Menschen emotionale Wesen – wir fühlen uns zu herzlichen Erzählungen und berührenden Anekdoten hingezogen. Tatsächlich hat Gallup herausgefunden, dass 70 % der Entscheidungen auf Emotionen basieren, während 30 % durch rationales Denken getroffen werden. Indem Sie eine emotionale Verbindung zu den Menschen herstellen, bauen Sie Vertrauen auf, was die Loyalität und Kundenbindung stärkt.
So bleibt Ihre Marke im Gedächtnis
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie manche Marken einfach im Gedächtnis haften bleiben? Das ist die Magie konsistenter, wertvoller Inhalte. Wenn Sie Blogbeiträge, Newsletter und Artikel verfassen, die den Menschen tatsächlich helfen, erinnern sie sich an Sie, wenn es an der Zeit ist, einen Kauf zu tätigen. Das liegt nicht daran, dass diese Unternehmen ständig aggressive Verkaufstaktiken anwenden (auch wenn beispielsweise „Challenger Sales“ ein Teil davon sein mag). Vielmehr werden erfolgreiche Unternehmen zum Synonym für ihr Produkt oder ihre Dienstleistung und damit zur naheliegenden Wahl für potenzielle Kunden.
Denken Sie einmal kurz an einen Laufschuhhersteller. Diese Marke veröffentlicht hilfreiche Blogbeiträge darüber, wie man Schuhe in Topform hält, und veröffentlicht Podcast-Episoden, in denen Läufer von ihren Erfahrungen mit den Schuhen berichten. Durch den regelmäßigen Austausch mit den Menschen wird die Marke Teil ihrer Routine, sodass sie die erste Anlaufstelle ist, wenn es um neue Laufschuhe geht.
Zum gefragten Experten werden
Denken Sie an die Marken, die Sie schätzen. Sie verkaufen wahrscheinlich nicht nur Produkte – sie teilen Einblicke, Trends und Wissen. Sie erklären komplexe Themen vielleicht auf leicht verständliche Weise, bieten Experteninterviews an oder veröffentlichen wissenschaftlich fundierte Berichte. Wahrscheinlich können Sie deren Content für Ihre eigenen Zwecke nutzen, und sie scheinen bei Veränderungen in der Branche immer einen Schritt voraus zu sein.
Durch die konsequente Bereitstellung hochwertiger redaktioneller Inhalte kann sich Ihre Marke als vertrauenswürdige Quelle in Ihrer Nische positionieren. Ganz gleich, ob Sie Prognosen zu kommenden Trends teilen, ausführliche Leitfäden anbieten oder überzeugende Fallstudien erstellen – Ihre redaktionellen Inhalte können Sie als echte Autorität hervorheben. Je mehr Ihre Zielgruppe Sie als Branchenführer wahrnimmt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie sich an Sie wendet, wenn sie Rat, Lösungen oder Dienstleistungen in Ihrem Fachgebiet benötigt.
SEO-Optimierung
Google und andere Suchmaschinen lieben frischen, hochwertigen Content. Je mehr relevante, gut geschriebene Beiträge Sie veröffentlichen, desto besser sind Ihre Chancen auf ein höheres Ranking in den Suchergebnissen. Bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) geht es jedoch nicht um das Überfüllen des Artikels mit Keywords, sondern darum, den Lesern echten Mehrwert zu bieten. Inhalte, die häufig gestellte Fragen beantworten, Probleme ansprechen und einzigartige Details liefern, ziehen Menschen auf natürliche Weise auf Ihre Website.
Ein weiterer großer Vorteil? Im Gegensatz zu bezahlten Anzeigen generieren Evergreen-Inhalte auch langfristig kontinuierlich Leads und organischen Traffic. Ein gut optimierter Blogartikel bleibt auffindbar und sorgt so für eine bessere Markenbekanntheit – und das mit wenig bis gar keinem laufenden Aufwand. Darüber hinaus eröffnen redaktionelle Inhalte Möglichkeiten zum Linkaufbau. Andere Websites verlinken eher auf wertvolle Ressourcen, was Ihre Domain-Autorität erhöht und die allgemeine SEO-Leistung Ihres Contents verbessert.
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Wo ordnen sich redaktionelle Inhalte im Spektrum der Textarten ein?
Es gibt viele verschiedene Inhaltstypen, und es kann schwierig sein, den Überblick über alle zu behalten. Zu wissen, wie man jeden Textstil einsetzt, um Ihre Online-Content-Strategie zu optimieren, ist jedoch der Schlüssel zur Erschließung unzähliger Wachstumschancen.
Stellen Sie sich Ihre Content-Marketing-Strategie als ein großes Puzzle vor und die Inhaltstypen als einzelne Puzzleteile. Jedes Puzzleteil hat einen einzigartigen Platz und Zweck, der dazu beiträgt, das Gesamtbild sichtbar zu machen. Wenn Sie nicht jedes dieser Teile verwenden, bleiben Lücken zurück. Auch wenn Sie vielleicht noch mit zusammengekniffenen Augen erkennen können, was das Bild darstellt, wird es immer unvollständig bleiben.
Deshalb ist es entscheidend zu verstehen, wie die verschiedenen Textarten in Ihrem Content-Kalender zusammenwirken. Hier sind einige der gängigsten Textsorten, die Sie beachten sollten:
Redaktionelle Inhalte
Redaktionelle Inhalte sind Inhalte im journalistischen Stil, die wertvolle Informationen, Einblicke oder Geschichten vermitteln, ohne direkt für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu werben. Im Hinblick auf die Customer Journey sind diese Inhalte in der Awareness-Phase am wichtigsten. In dieser ersten Phase geht es darum, Menschen auf Ihr Unternehmen und dessen Angebote aufmerksam zu machen – und zwar so, dass sie immer wieder zurückkommen, um mehr zu erfahren.
Beispiel: Ein Blogbeitrag mit dem Titel „Die Zukunft nachhaltiger Mode: Wie Marken etwas bewirken“ beleuchtet Branchentrends, Expertenmeinungen und Umweltauswirkungen, ohne direkt ein Produkt zu verkaufen.
Advertorial
Ein Advertorial ist eine Mischung aus Werbung und redaktionellem Beitrag. Es sieht aus wie ein herkömmlicher Artikel, wirbt jedoch auf subtile Weise für eine Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung. Auch Werbeinhalte sind in der ersten Phase der Bekanntheitssteigerung angesiedelt und liefern wichtige einführende Informationen, sind dabei jedoch etwas verkaufsorientierter.
Beispiel: Ein Zeitschriftenartikel mit dem Titel „5 Tipps, wie Sie Ihre Haut diesen Winter mit Feuchtigkeit versorgen“ behandelt allgemeine Hautpflegetipps, erwähnt dabei jedoch eine bestimmte Feuchtigkeitscreme einer sponsernden Marke. Nehmen wir zum Beispiel diesen Beitrag von Curel: Das Unternehmen wirbt für sein Produkt, ohne dabei übermäßig verkaufsorientiert zu wirken.
Gesponserte Inhalte
Gesponserte Inhalte sind bezahlter Content, der in einer Publikation eines Drittanbieters (wie einer Medienwebsite, einer Influencer-Plattform oder einem sozialen Kanal) erscheinen. In der zweiten Phase der Customer Journey, der Abwägungsphase, setzen viele Marken gesponserte Inhalte ein. Auf diese Weise können Sie Nutzer über andere seriöse Quellen auf Ihre Marke aufmerksam machen und so Ihre Glaubwürdigkeit steigern.
Beispiel: Ein YouTube-Video, in dem ein Lifestyle-Influencer für eine Reise Produkte einer bestimmten Bekleidungsmarke einpackt. Dabei wird offengelegt, dass es sich um eine bezahlte Partnerschaft handelt, wie in diesem Video von Greta Wilson, in dem sie mit Princess Polly zusammengearbeitet hat.
Branded Content
Ebenfalls in der Abwägungsphase angesiedelt ist Branded Content. Dabei handelt es sich um Inhalte, die eine Marke erstellt, um eine fesselnde Geschichte zu erzählen – oft durch Videos, Artikel oder interaktive Medien –, ohne dabei übermäßig werblich zu wirken.
Beispiel: Eine von einem Kaffeeunternehmen produzierte Kurzdokumentation verfolgt den Weg der Kaffeebohnen von der Plantage bis in die Tasse und legt den Fokus auf Fair-Trade-Praktiken und Nachhaltigkeit, ohne direkt den Verkauf anzukurbeln.
Kommerzieller Inhalt
Kommerzieller Inhalt ist unverblümtes Werbematerial, das darauf ausgelegt ist, zu verkaufen. Er wird vor allem in der dritten und letzten Phase der Entscheidungsfindung eingesetzt. Stellen Sie sich diese Art von Inhalt als den „Closer“ vor – den Inhalt, der sicherstellt, dass der Leser eine bestimmte Handlung ausführt. Da kommerzieller Inhalt auf Konversionen ausgerichtet ist, verwendet er überzeugende Sprache, klare Handlungsaufforderungen (CTAs) und auf Vorteile fokussierte Texte.
Beispiel: Ein Social-Media-Beitrag, der die neuesten Frühjahrstrends präsentiert, die bald erhältlich sind, einschließlich eines gut sichtbaren „Jetzt kaufen“-CTA. Nehmen Sie zum Beispiel diesen Instagram-Beitrag von Target.
Woher wissen Sie, ob Ihre redaktionelle Strategie funktioniert?
Redaktionelle Inhalte einzusetzen ist eine Sache, zu wissen, dass sie tatsächlich funktionieren, eine ganz andere. Zwar ist eine redaktionelle Content-Strategie in irgendeiner Form besser als gar keine, doch ist es hilfreich zu wissen, ob Ihre Bemühungen die Reaktionen hervorrufen, die Sie sich erhoffen.
Hier sind die wichtigsten KPIs, anhand derer Sie die Leistung Ihrer redaktionellen Strategie messen können:
- Website-Traffic und Interaktion: Redaktionelle Inhalte sollten Besucher auf Ihre Website lenken und sie dort zum Verweilen animieren.
- Suchmaschinen-Rankings und SEO-Leistung: Wenn Ihre redaktionellen Inhalte in den Google-Suchergebnissen gut platziert sind, generieren sie wahrscheinlich organischen Traffic.
- Lead-Generierung und Konversionen: Redaktionelle Inhalte sollten die Leser zum Handeln anregen (auch wenn sie nicht direkt auf den Verkauf ausgerichtet sind).
- Interaktion der Zielgruppe und Shares in sozialen Medien: Großartige redaktionelle Inhalte regen Menschen zum Reden und Teilen an.
- Markenautorität und Vordenkerrolle: Redaktionelle Inhalte tragen dazu bei, Ihre Marke als Branchenexperten zu positionieren.
Letztendlich sind redaktionelle Inhalte nicht nur Füllmaterial – sie sind ein wirkungsvolles Instrument zum Aufbau von Vertrauen und für langfristiges Markenwachstum. Mit der richtigen Mischung aus verschiedenen Arten von Online-Content sind Sie auf dem besten Weg, das Engagement Ihrer Zielgruppe zu fördern, ohne ständig aggressiv zu verkaufen.
